Der Einsatz von Familienangehörigen oder Bekannten als Sprachmittler*innen bei Tuberkulose-Beratungsgesprächen sollte möglichst vermieden werden. Zwar erscheint dies oft pragmatisch, jedoch können wichtige Informationen verloren gehen oder missverstanden werden, da für die präzise Übersetzung medizinischer Inhalte sprachliche und medizinische Kenntnisse erforderlich sind. Zudem kann es Patient:innen schwerfallen, sensible oder belastende Themen offen anzusprechen.
Auch Rollenkonflikte, emotionale Belastungen und Fehlübersetzungen können problematisch sein. Besonders kritisch ist die Einbindung von Kindern, da diese emotional und inhaltlich überfordert werden können. Zudem unterliegen Laien keiner Schweigepflicht, sodass die Vertraulichkeit sensibler Informationen nicht gesichert ist.
Daher sollten möglichst professionelle Sprach- und Kulturmittler*innen oder geeignete digitale Angebote genutzt werden. Die Sicherstellung einer angemessenen Kommunikation liegt in der Verantwortung des medizinischen Personals.
