Was ist
Tuberkulose?
Hier finden Sie Informationen über
die Infektionskrankheit Tuberkulose.

Häufig gestellte Fragen zur Tuberkulose. (FAQs)

ALLGEMEINE
FRAGEN

LATENTE
INFEKTION

PRÄVENTION

DIAGNOSE

BEHANDLUNG

DAS GESUNDHEITSAMT

Behandlung

Muss man für die gesamte Dauer der Behandlung im Krankenhaus bleiben?

Oft ist es notwendig die Therapie der Tuberkulose im Krankenhaus zu beginnen. Solange die Tuberkulose noch ansteckend ist, darf man nur mit einer Mund-Nasenschutzmaske Kontakt zu anderen Menschen haben und wird im Krankenhaus von anderen Patienten getrennt untergebracht. Nach Besserung der Beschwerden und sobald die Medikamente gut vertragen werden, kann die Behandlung meistens ambulant weitergeführt werden. Dann wird das zuständige Gesundheitsamt über die Entlassung informiert und ein niedergelassener Arzt kann die Behandlung in seiner Praxis weiter betreuen.

Letzte Bearbeitung April 2018.

Allgemeine Informationen zur Therapie

Tuberkulose wird mit einer Kombination aus verschiedenen Medikamenten behandelt. In den meisten Fällen kann die Krankheit ohne Folgeschäden geheilt werden. Die Behandlung dauert allerdings mindestens 6 Monate und erfordert viel Geduld. Man muss über diese Monate viele Tabletten einnehmen. Die Therapie beginnt mit der sogenannten Initial- oder Intensivphase, die mindestens zwei Monate oder länger dauern kann. Während dieser Phase wird mit mindestens 4 Medikamenten behandelt. Danach folgt eine Erhaltungsphase von zumindest 4 Monaten, in der weniger Medikamente notwendig sind.
Es sehr wichtig, dass die Tabletten regelmäßig in der vorgeschriebenen Dosierung einzunehmen. Wenn möglich sollte die Einnahme zusammen mit den anderen Medikamenten mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück erfolgen, da die Medikamente so am besten wirksam sind. Sollte die Verträglichkeit dadurch zu schlecht sein, kann die Einnahme auch nach einem leichten Frühstück oder abends erfolgen. Wenn die Tabletten nicht regelmäßig eingenommen werden, kann die Therapie versagen. Die Bakterien beginnen dann sich wieder zu vermehren und können gegen die eingenommenen Medikamente resistent werden. Dies kann zu einer komplizierteren und noch längeren Behandlung mit schlechteren Heilungschancen führen.

Letzte Bearbeitung April 2018.

Wie wird (medikamenten-) sensible Tuberkulose behandelt?

In Deutschland kann die Tuberkulose in den meisten Fällen mit den gut wirksamen Medikamenten der Standardtherapie behandelt werden. Diese besteht zu Beginn in der Initial- oder Intensivphase der ersten 2 Monaten aus 4 Medikamenten, deren Wirkstoffe Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol heißen. Daran schließt sich eine Kontinuitätsphase von 4 Monaten an, in der nur noch Isoniazid und Rifampicin gegeben werden. Insgesamt ist die Standradtherapie nach 6 Monaten beendet. Bei besonders schweren Erkrankungen kann die Kontinuitätsphase verlängert werden, um das Risiko eines Rückfalls zu verringern. Durch wiederholte Untersuchung des Auswurfs und durch Röntgen- oder andere Untersuchungen beurteilt der Arzt den Behandlungserfolg und entscheidet dann über das tatsächliche Ende der Therapie. Ein Rückfall (medizinisch: Rezidiv) ist selten und tritt bei weniger als 5% nach Abschluss der Behandlung auf. Dennoch ist es wichtig auch nach der Therapie Kontrolluntersuchungen zu machen, damit ein Rückfall nicht übersehen wird.
Wenn eine Tuberkulose medikamenten-sensibel ist und mit der Standardtherapie behandelt werden kann, ist die Therapie in den meisten Fällen erfolgreich. Voraussetzung dafür ist die konsequente Einnahme der Medikamente in der richtigen Dosierung über die gesamte Therapiedauer.

Letzte Bearbeitung April 2018.

Wie wird die (medikamenten-) resistente Tuberkulose behandelt?

Bei einer multiresistenten (MDR-) Tuberkulose wirken die beiden am häufigsten eingesetzten Medikamente Rifampicin und Isoniazid nicht gegen den Tuberkuloseerreger. Die Erkrankung mit einem MDR-Erreger ist schwerer zu behandeln. Es müssen Medikamente eingesetzt werden, die mehr Nebenwirkungen machen und schlechter wirksam sind. Daher dauert die Therapie in der Regel 20 Monate. Manchmal ist eine noch längere Therapiedauer erforderlich. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird in speziellen Fällen auch eine kürze Therapie über 9-12 Monate empfohlen. In Deutschland gibt es aber nur wenige Patienten, die dafür in Frage kommen. Die Therapie wird in Deutschland nach einer genauen Untersuchung des Tuberkuloseerregers individuell zusammen gestellt. Die Therapie einer MDR-Tuberkulose wird im Krankenhaus begonnen und die Verträglichkeit der Therapie wird überprüft. Es sind oft Infusionen über die Vene notwendig. Vor Entlassung muss man sich sicher sein, dass die MDR-Tuberkulose nicht mehr ansteckend ist. Deswegen wird regelmäßig der Auswurf im Labor untersucht werden. Manche Fälle von MDR-Tuberkulose müssen über die gesamte Zeit im Krankenhaus behandelt werden, bei anderen ist die ambulante Fortsetzung der Behandlung möglich. Dies hängt sehr vom individuellen Fall ab und von den Möglichkeiten am Wohnort. Wichtig ist es immer einen Spezialisten in die Therapieplanung mit einzubeziehen. Die Therapie muss konsequent und über den notwendigen Zeitraum eingenommen werden, sonst besteht insbesondere bei MDR-Tuberkulose die Gefahr, dass die Therapie nicht zur Heilung führt. In seltenen schwer zu behandelnden Fällen kann auch eine Operation neben der medikamentösen Behandlung sinnvoll sein.

Letzte Bearbeitung April 2018.

Was ist eine direkt überwachte Therapie (engl.: directly observed theray = DOT)?

Es ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg einer Tuberkulosetherapie, dass alle Medikamente täglich über den gesamten empfohlenen Zeitraum eingenommen werden. Der Therapiezeitraum ist allerdings lang und die Therapie kann Nebenwirkungen verursachen. Dies ist eine große Herausforderung für jeden Tuberkulosepatienten. Wenn der behandelnde Arzt Probleme bei der regelmäßigen Medikamenteneinnahme sieht, kann er Unterstützung für die Medikamenteneinnahme für den Erkrankten organisieren. Diese wird in der Regel durch einen häuslichen Pflegedienst gewährleistet. Auch andere Beschäftigte im Gesundheitswesen oder Angehörige können nach einem kurzen Training die Behandlung unterstützen. Diese wird dann als direkt überwachte oder DOT (englisch: directly observed therapy) bezeichnet. Die überwachte Therapie wird n der Regel zu hause durchgeführt, gegebenenfalls auch im Gesundheitsamt oder in anderen Einrichtungen, in denen ausgebildete Personen das Medikament verabreichen können. Die DOT zielt darauf ab, Patienten zu unterstützen und gleichzeitig zu gewährleisten, dass alle Medikamente genommen werden. Außerdem hilft die direkte Beobachtung, Nebenwirkungen von Medikamenten frühzeitig zu erkennen. Auch Fragen zur Behandlung können sofort beantwortet werden.

Letzte Bearbeitung April 2018.

Wie kann man als Patient selbst zur Heilung beitragen?

Jeder Tuberkulosepatient kann durch einfache Maßnahmen selbst zur Heilung beitragen. Es ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg einer Tuberkulosetherapie, dass alle Medikamente täglich eingenommen werden. Dies ist das Ziel für den gesamten Zeitraum der Behandlung. Wenn Probleme bei der Einnahme auftreten, sollte die Therapie nicht selbstständig unterbrochen werden. Man sollte so schnell wie möglich den behandelnden Arzt fragen und gemeinsam eine Lösung finden.
Verschiedene andere Verhaltensweisen können die Therapie unterstützen. Man sollte versuchen, gesund zu leben, sich gut zu ernähren und häufig an die frische Luft gehen. Innenräume, in denen man sich aufhält sollten regelmäßig gelüftet werden. Zudem sollte auf Drogen und Alkohol verzichtet werden. Diese beeinträchtigen die körpereigene Abwehr verstärken die Nebenwirkungen der Medikamente. Wenn es nicht ohne Probleme möglich ist den Drogen- oder Alkoholkonsum zu beenden, sollte der behandelnde Arzt unbedingt davon informiert werden. Oft kann hilfreiche Unterstützung angeboten werden. Auch das Rauchen beeinflusst die Therapie negativ. Wenn man es schafft, das Rauchen aufzugeben verbessert man die Heilungschancen.
Tuberkulosemedikamente können die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen. Alle Medikamente sollten daher auf Wechselwirkungen geprüft werden. Auch die medikamentöse Empfängnisverhütung („Pille“) kann unter der Tuberkulosetherapie weniger wirksam sein.

Letzte Bearbeitung April 2018.

Was bedeutet es wenn man HIV-positiv zusätzlich zur Tuberkulose ist?

Wenn neben der Tuberkulose eine HIV-Infektion vorliegt, muss auch die HIV-Infektion behandelt werden. Hierfür werden mindestens drei zusätzliche Medikamente benötigt, die jedoch teilweise mit einer einzigen Tablette eingenommen werden können. Da HIV das Immunsystem schwächt, ist die Behandlung außerordentlich wichtig, auch um eine Heilung der Tuberkulose zu ermöglichen. In der Regel wird zusätzlich Vitamin B6 verabreicht. Die HIV Medikamente können Wechselwirkungen mit den Tuberkulosemedikamenten verursachen, daher sollte ein Spezialist die Medikamente zusammenstellen. Der Zeitpunkt, wann die HIV Therapie begonnen wird, ist individuell verschieden und von der Funktion des Immunsystems abhängig.

Durch die Behandlung der HIV-Infektion wird verhindert, dass sich HIV im Körper vermehren kann. Der Virus sollte einige Wochen später im Blut nicht mehr nachweisbar sein und daraufhin kann sich das Immunsystem erholen. In manchen Fällen sorgt die Behandlung der HIV-Infektion dafür, dass sich eine Tuberkuloseerkrankung wieder verschlechtert oder dass andere Infektionen sichtbar werden. Dabei kann es sich um eine Reaktion des Immunsystems handeln, die medizinisch als Immunrekonstitutionssyndrom (IRIS) bezeichnet wird. IRIS ist ein Zeichen dafür, dass sich die körpereigene Abwehr erholt und ist meistens harmlos. Der behandelnde Arzt muss aber herausfinden, ob es sich um ein IRIS handelt oder ob sich die Tuberkuloseerkrankung aus anderen Gründen wieder verschlechtert. Auch andere Infektionen, die durch die HIV-Therapie sichtbar werden, müssen behandelt werden.

Letzte Bearbeitung April 2018.

Kann man Tuberkulose operieren?

Die Tuberkulose ist eine Erkrankung, die mit einer Antibiotikakombination behandelt wird. Selten ist zusätzlich eine Operation oder ein anderer chirurgischer Eingriff  notwendig. Dies kommt bei Tuberkulosen vor, die wegen Medikamentenresistenzen schwierig zu behandeln sind oder wenn das Gewebe besonders schwer geschädigt ist. In diesen Fällen kann eine Operation in Betracht gezogen werden, um ansteckende Bereiche der Lunge zu entfernen. Eine Operation ersetzt die medikamentöse Therapie nicht.

Letzte Bearbeitung April 2018.

Was bedeutet eine Palliativpflege bei Tuberkulose?

In sehr seltenen Fällen kann die Tuberkuloseerkrankung nicht erfolgreich behandelt werden und die Betroffenen können nach der Behandlung nicht wieder am Alltagsleben teilnehmen. Diese Betroffenen können weiterhin ansteckend sein und es entsteht eine für die Betroffenen, aber auch für Familie und Freunde sehr schwierige Situation. Wenn die Betroffenen wieder in ihre Wohnung zurückziehen, besteht die Gefahr, dass sie andere in ihrem näheren Umfeld anstecken. Außerdem kann eine nicht behandelbare Tuberkulose Beschwerden verursachen, die regelmäßig durch medizinisches Personal versorgt werden müssen. Zu diesem Zweck gibt es in Deutschland Palliativstationen oder Einrichtungen zur Palliativpflege in der eigenen Wohnung. Eine palliative Behandlung bedeutet, dass das Ziel der Behandlung nicht mehr Heilung der Erkrankung ist, sondern die Linderung der Beschwerden der Erkrankung. Eine solche Palliativbehandlung ist auch zuhause möglich. Alle Personen im selben Haushalt müssen sich dann konsequent durch das Tragen einer Mund-Nasenschutzmaske vor einer Ansteckung schützen.

Letzte Bearbeitung April 2018.

Tuberkulosemedikamente: Rifampicin

Das Medikament Rifampicin ist eines der wichtigsten Tuberkulosemedikamente der Standardtherapie, die aus Rifampicin, Isoniazid, Pyrazinamid und Ethambutol besteht. Rifampicin wird über die gesamte 6-monatige Dauer der Standardtherapie verabreicht. Eine ungefährliche Nebenwirkung des Medikamentes ist die Rotfärbung vieler Körperflüssigkeiten, wie Urin und Stuhl. Sie ist völlig harmlos und muss nicht behandelt werden. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind allergische Reaktionen mit Hautausschlag und Juckreiz. Das Medikament kann die Leber schädigen oder das Blutbild verändern, daher müssen in regelmäßigen Abständen Blutwerte kontrolliert werden. Für die Dauer der Therapie sollte man auf Alkohol verzichten, um die Leber nicht unnötig zusätzlich zu belasten. Selten treten Übelkeit, Fieber oder andere Nebenwirkungen auf. Der behandelnde Arzt muss über jede Nebenwirkung informiert werden. Nur so kann er darauf reagieren und die Therapie wenn nötig anpassen.
Rifampicin hat viele Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Alle Medikamente sollten daher auf Wechselwirkungen geprüft werden. Eine medikamentöse Empfängnisverhütung („Pille“) kann unter der Tuberkulosetherapie weniger wirksam sein.
Sollte ein Medikament der Standardtherapie nicht wirken oder unverträglich sein, kann sich die Zusammensetzung und Dauer der Therapie ändern. Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht. Wenn möglich sollte die Einnahme zusammen mit den anderen Medikamenten mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück erfolgen, da die Wirksamkeit so am besten ist. Sollte die Verträglichkeit dadurch zu schlecht sein, kann die Einnahme auch nach einem leichten Frühstück oder abends erfolgen. Wenn die Tabletten nicht regelmäßig eingenommen werden, kann die Therapie versagen. Die Bakterien beginnen dann sich wieder zu vermehren und können gegen die eingenommenen Medikamente resistent werden. Dies kann zu einer komplizierteren und noch längeren Behandlung mit schlechteren Heilungschancen führen.

Letzte Bearbeitung April 2018.

Tuberkulosemedikamente: Isoniazid

Das Medikament Isoniazid ist eines der wichtigsten Tuberkulosemedikamente der Standardtherapie, die aus Rifampicin, Isoniazid, Pyrazinamid und Ethambutol besteht. Isoniazid wird über die gesamte 6-monatige Dauer der Standardtherapie verabreicht. Eine mögliche Nebenwirkung ist die allergische Reaktion mit Hautausschlag und Juckreiz. Das Medikament kann die Leber schädigen, daher müssen in regelmäßigen Abständen Blutwerte kontrolliert werden. Für die Dauer der Therapie sollte man auf Alkohol verzichten, um die Leber nicht unnötig zusätzlich zu belasten. Es können auch Störungen der Nerven auftreten, die mit Taubheitsgefühl oder Kribbeln verbunden sind. Isoniazid kann daher mit Vitamin B6 kombiniert werden, wenn bereits Nervenerkrankungen bekannt sind. Selten wirkt sich die Einnahme von Isoniazid negativ auf die Stimmung aus. Diese Nebenwirkung sollte nicht unterschätzt werden, da sie nicht nur die Therapie gefährden kann sondern auch das Leben des Betroffenen. Der behandelnde Arzt muss über jede Nebenwirkung informiert werden. Nur so kann er darauf reagieren und die Therapie wenn nötig anpassen.
Sollte ein Medikament der Standardtherapie nicht wirken oder unverträglich sein, kann sich die Zusammensetzung und Dauer der Therapie ändern. Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht. Wenn möglich sollte die Einnahme zusammen mit den anderen Medikamenten mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück erfolgen, da die Wirksamkeit so am besten ist. Sollte die Verträglichkeit dadurch zu schlecht sein, kann die Einnahme auch nach einem leichten Frühstück oder abends erfolgen. Wenn die Tabletten nicht regelmäßig eingenommen werden, kann die Therapie versagen. Die Bakterien beginnen dann sich wieder zu vermehren und können gegen die eingenommenen Medikamente resistent werden. Dies kann zu einer komplizierteren und noch längeren Behandlung mit schlechteren Heilungschancen führen.

Letzte Bearbeitung April 2018.

Tuberkulosemedikamente: Pyrazinamid

Das Medikament Pyrazinamid ist Teil der Standardtherapie, die aus Rifampicin, Isoniazid, Pyrazinamid und Ethambutol besteht. Pyrazinamid wird zu Beginn der 6-monatigen Standardtherapie in der Initialphase über 2 Monate verabreicht.
Eine mögliche Nebenwirkung ist die allergische Reaktion mit Hautausschlag und Juckreiz. Das Medikament kann die Leber schädigen, daher müssen in regelmäßigen Abständen Blutwerte kontrolliert werden. Für die Dauer der Therapie sollte man auf Alkohol verzichten, um die Leber nicht unnötig zusätzlich zu belasten. Andere Nebenwirkungen können Übelkeit, Erbrechen, Gelenk- oder Muskelschmerzen sowie eine Gesichtsrötung sein. Oft wird vom Labor die Harnsäure als erhöht angezeigt. Diese Veränderung hat in der Regel keine gesundheitsgefährdende Bedeutung und muss nur behandelt werden wenn begleitend Beschwerden wie bei einer Gicht auftreten. Der behandelnde Arzt muss über jede Nebenwirkung informiert werden. Nur so kann er darauf reagieren und die Therapie wenn nötig anpassen.
Sollte ein Medikament der Standardtherapie nicht wirken oder unverträglich sein, kann sich die Zusammensetzung und dauer der Therapie ändern. Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht. Wenn möglich sollte die Einnahme zusammen mit den anderen Medikamenten mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück erfolgen, da die Wirksamkeit so am besten ist. Sollte die Verträglichkeit dadurch zu schlecht sein, kann die Einnahme auch nach einem leichten Frühstück oder abends erfolgen. Wenn die Tabletten nicht regelmäßig eingenommen werden, kann die Therapie versagen. Die Bakterien beginnen dann sich wieder zu vermehren und können gegen die eingenommenen Medikamente resistent werden. Dies kann zu einer komplizierteren und noch längeren Behandlung mit schlechteren Heilungschancen führen.

Letzte Bearbeitung April 2018.

Tuberkulosemedikamente: Ethambutol

Das Medikament Ethambutol ist Teil der Standardtherapie, die aus Rifampicin, Isoniazid, Pyrazinamid und Ethambutol besteht. Ethambutol wird zu Beginn der 6-monatigen Standardtherapie in der Initialphase über 2 Monate verabreicht.
Vor und während der Einnahme von Ethambutol sollten die Augen mindestens alle 4 Wochen vom Augenarzt kontrolliert werden, da das Medikament Entzündungen am Auge verursachen kann und zu einer Verschlechterung des Sehens führen können. Ein frühes Zeichen hierfür kann die Verschlechterung des Farbsehens sein. In seltenen Fällen können auch Gelenkschmerzen auftreten. Der behandelnde Arzt muss über jede Nebenwirkung informiert werden. Nur so kann er darauf reagieren und die Therapie wenn nötig anpassen.
Sollte ein Medikament der Standardtherapie nicht wirken oder unverträglich sein, kann sich die Zusammensetzung und Dauer der Therapie ändern. Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht. Wenn möglich sollte die Einnahme zusammen mit den anderen Medikamenten mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück erfolgen, da die Wirksamkeit so am besten ist. Sollte die Verträglichkeit dadurch zu schlecht sein, kann die Einnahme auch nach einem leichten Frühstück oder abends erfolgen. Wenn die Tabletten nicht regelmäßig eingenommen werden, kann die Therapie versagen. Die Bakterien beginnen dann sich wieder zu vermehren und können gegen die eingenommenen Medikamente resistent werden. Dies kann zu einer komplizierteren und noch längeren Behandlung mit schlechteren Heilungschancen führen.

Letzte Bearbeitung April 2018.

Tuberkulosemedikamente: Fluorchinolone (z.B. Moxifloxacin, Levofloxacin)

Moxifloxacin oder Levofloxacin sind Reservemedikamente zur Therapie der Tuberkulose. Diese werden eingesetzt, wenn die Standardmedikamente Rifampicin, Isoniazid, Pyrazinamid und Ethambutol nicht verwendet werden können. Das Medikament wird in einer festen Dosierung unabhängig vom Körpergewicht verabreicht. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten, wenn möglich aber gemeinsam mit den anderen Medikamenten der Kombinationstherapie eingenommen werden. Levofloxacin oder Moxifloxacin sollten nicht zusammen mindestens 2 Stunden vor oder nach dem Verzehr von Milch, Milchprodukten oder Arzneimitteln mit Mineralien wie Eisen, Zink, Calcium oder Aluminiumeingenommen werden. Wenn die Tabletten nicht regelmäßig eingenommen werden, kann die Therapie versagen. Die Bakterien beginnen dann sich wieder zu vermehren und können gegen die eingenommenen Medikamente resistent werden. Dies kann zu einer komplizierteren und noch längeren Behandlung mit schlechteren Heilungschancen führen.
Eine mögliche Nebenwirkung ist die allergische Reaktion mit Hautausschlag und Juckreiz. Das Medikament kann die Leber schädigen, daher müssen in regelmäßigen Abständen Blutwerte kontrolliert werden. Für die Dauer der Therapie sollte man auf Alkohol verzichten, um die Leber nicht unnötig zusätzlich zu belasten. Eine seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung kann eine Herzrhythmusstörung sein. Das sind Veränderungen am Herzschlag, die oft unbemerkt bleiben. Sehr selten kann dies gefährliche Folgen haben. Während der Therapie werden daher regelmäßig EKG-Untersuchungen durchgeführt, weil der Arzt Veränderungen am Herzschlag im EKG erkennen kann. Sehr selten können Fluorchinolone Verletzungen an der Achillessehne verursachen, vor allem, wenn sie gemeinsam mit Kortison eingenommen werden. Der behandelnde Arzt muss über jede Nebenwirkung informiert werden. Nur so kann er darauf reagieren und die Therapie wenn nötig anpassen.

Letzte Bearbeitung April 2018.

Tuberkulosemedikamente: Injizierbare Medikamente (Amikacin, Kanamycin und Capreomycin)

Amikacin, Kanamycin und Capreomycin wurden bis 2018 häufig für die Behandlung von arzneimittelresistenter Tuberkulose eingesetzt. Sie gehören zu einer Gruppe von Medikamenten, die nur als Spritze oder Infusion zur Verfügung stehen. Seit 2019 werden Kanamycin und Capreomycin nicht mehr empfohlen, da diese sehr viele Nebenwirkungen verursachen und ein erhöhtes Risiko für Rückfälle der Tuberkulose haben. Amikacin wird auch weiterhin für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit einer MDR-/RR-TB empfohlen wenn ein Therapieregime aus Medikamenten der Gruppen A und B nicht zusammengestellt werden kann und keine Resistenz gegen das Medikament vorliegt. Ihr Arzt wird entscheiden, ob und wie lange Sie mit einem injizierbaren Arzneimittel behandelt werden müssen. Eine ernste Nebenwirkung dieser Wirkstoffklasse ist Taubheit. Sie sollten Ihren Arzt unverzüglich informieren, wenn Sie feststellen, dass Ihr Gehör schlechter wird oder Änderungen in sonstiger Weise auftreten. Außerdem sollte Ihr Gehör regelmäßig getestet werden, um eine Beeinträchtigung zu erkennen, auch wenn Sie keine Änderungen bemerken. Darüber hinaus können die Nieren durch die Medikamente beeinträchtigt werden. Daher sind regelmäßige Blutuntersuchungen erforderlich, um unerwünschte Nebenwirkungen zu erkennen. Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker über alle Nebenwirkungen, die Sie beobachten. Ihr Arzt ist in der Lage, Ihr Behandlungsschema entsprechend anzupassen

Letzte Bearbeitung August 2019.

Interviews mit Experten und Patienten.

In den Videoclips antworten unsere Experten auf häufig gestellte Fragen und Patienten berichten im Videointerview über Ihre Erkrankung.

Was ist Tuberkulose?

Woran erkenne ich, dass ich eine Tuberkulose habe?
Welche Rolle hat das Gesundheitsamt beim Schutz gegen Tuberkulose?
Woher wissen Sie, dass Sie jemanden angesteckt haben?
Unsere Empfehlungen für Tuberkulosepatienten
Unsere Empfehlungen für Angehörige von Tuberkulosepatienten
Impressum   Datenschutzerklärung www.dzk-tuberkulose.de