Welttuberkulosetag 2026

24.3.2026

Anlässlich des Welttuberkulosetags 2026 rückt die Tuberkulose erneut in den Fokus der Öffentlichkeit. Trotz vorhandener Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten ist sie weltweit weiterhin die tödlichste Infektionskrankheit, die durch einen einzelnen Erreger verursacht wird. Auch in Deutschland bleibt Tuberkulose eine bedeutende Herausforderung für die öffentliche Gesundheit.

Nach vorläufigen Daten des Robert Koch-Institut wurden im Jahr 2025 insgesamt 4.069 Tuberkulosefälle gemeldet – ein Rückgang um etwa acht Prozent im Vergleich zu 2024. Für das Erreichen des Eliminationsziels der Weltgesundheitsorganisation bis 2050 wären jedoch deutlich stärkere jährliche Rückgänge erforderlich. Als eliminiert gilt Tuberkulose erst bei weniger als einem Fall pro eine Million Einwohner.

Die Bekämpfung der Tuberkulose ist mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Gesundheitsämter spielen dabei eine Schlüsselrolle: Sie sorgen für die frühzeitige Diagnose, eine leitliniengerechte Therapie sowie die Untersuchung und Beratung von Kontaktpersonen. Untersuchungen aus der Praxis zeigen, dass insbesondere Umgebungsuntersuchungen ein großes präventives Potenzial besitzen – vorausgesetzt, sie erfolgen koordiniert und werden systematisch dokumentiert.

Tuberkulose betrifft überdurchschnittlich häufig sozial benachteiligte und marginalisierte Gruppen. Zudem beeinflussen Migration und internationale Mobilität aus Krisenregionen die epidemiologische Lage. Fachleute betonen daher die Bedeutung eines niedrigschwelligen Zugangs zu Beratungs- und Untersuchungsangeboten sowie einer kultursensiblen, diskriminierungsfreien Kommunikation im Umgang mit Betroffenen.

Ein Großteil der gemeldeten Fälle entfällt weiterhin auf Menschen, die im Ausland geboren wurden. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Tuberkuloseprävention bei neu zugewanderten Personen zunehmend an Bedeutung. Die unter der Federführung des DZK neue S3-Leitlinie „TB Risk - Prävention von Tuberkulose bei neu zugewanderten Menschen“ setzt hier wichtige Impulse für die Praxis.

Die Tuberkulosekontrolle erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen und Institutionen. Ein zentrales Forum dafür ist die jährliche Fachtagung zum Welttuberkulosetag, die vom Robert Koch-Institut in Kooperation mit dem Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose und dem Forschungszentrum Borstel – Leibniz Lungenzentrum u organisiert wird. Die diesjährige Veranstaltung stößt mit rund 1.000 Anmeldungen auf großes Interesse und unterstreicht die anhaltende Relevanz des Themas.

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