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No1Lost: Neues Studienprotokoll zur MDR/RR-TB-Versorgung in Deutschland veröffentlicht

11.2.2026

Das Projekt No1Lost hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Im Open-Access-Bereich des Journals der International Union against Tuberculosis and Lung Disease (IUTLD) wurde das erste Studienprotokoll veröffentlicht. Die darin beschriebene prospektive Kohortenstudie untersucht die klinischen und sozioökonomischen Herausforderungen bei der Behandlung von Multidrug- und Rifampicin-resistenten Tuberkulosen (MDR/RR-TB) in Deutschland.

Obwohl Deutschland ein Hocheinkommensland mit geringer Inzidenz ist, liegt die Behandlungserfolgsquote für MDR/RR-TB mit 55 % aktuell deutlich unter den Zielvorgaben der WHO. Ein wesentlicher Treiber für die unbefriedigenden Ergebnisse sind Therapieabbrüche und Verluste im Follow-up (LTFU), welche das Risiko für Rückfälle und Resistenzentwicklung erhöhen. Da bisherige Daten zu assoziierten Risikofaktoren primär aus Hochinzidenzländern stammen, fehlt es an spezifischer Evidenz für die deutsche Versorgungsrealität.

Ein wesentlicher Treiber für unbefriedigende Ergebnisse sind Therapieabbrüche und Verluste im Follow-up (LTFU), welche das Risiko für Rückfälle und Resistenzentwicklung erhöhen. Da bisherige Daten zu assoziierten Risikofaktoren primär aus Hochinzidenzländern stammen, fehlt es an spezifischer Evidenz für die deutsche Versorgungsrealität.

Das Ziel der No1Lost-Studie

In die multizentrische Beobachtungsstudie sollen in Deutschland zwischen 2025 und 2027 etwa 150 Patient*innen in 20 spezialisierten Zentren eingeschlossen werden. Primäres Ziel ist die Identifikation demografischer, klinischer und sozialer Determinanten, die mit einem Behandlungsabbruch assoziiert sind. Sekundär evaluiert die Studie die Sicherheit verkürzter 6- bis 9-monatiger Regimes sowie die Umsetzbarkeit nationaler Leitlinien. Strategisch zielt die Initiative darauf ab, durch eine verbesserte Datenbasis gezielte sozialmedizinische Interventionen zu entwickeln. Die Ergebnisse sollen die Grundlage für künftige Versorgungsstrategien zur Sicherung des Therapieerfolgs in dieser vulnerablen Population bilden.

Starke Partner für die Forschung

Das Projekt wird von der CAPNETZ STIFTUNG durchgeführt und durch das DZK wissenschaftlich geleitet, unterstützt durch die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Charité Universitätsmedizin, Fächerverbund Infektiologie, Pneumologie und Intensivmedizin.

Wir danken dem Bundesministerium für Gesundheit für die freundliche Unterstützung dieses wichtigen Studienprojektes.