Hochdosis-Bedaquilin bei XDR-TB: Erste Sicherheitsdaten aus dem MDR-TB-Netzwerk
Koordiniert durch das DZK wurden im Rahmen des MDR-Tuberkulose-Netzwerks Daten zu individuellen Heilversuchen bei fünf Patientinnen und Patienten mit extensiv resistenter (XDR)-Tuberkulose(TB) und rv0678-Mutationenerhoben, für die keine Therapieoptionen innerhalb der nationalen und internationalen Empfehlungen zur Verfügung standen.
In dieser retrospektiven Fallserie wurde die Sicherheit einer hochdosierten Bedaquilin-Therapie untersucht. Es wurden QTc-Zeit-Verlängerungen dokumentiert, die jedoch häufig auf kumulative Effekte der Kombinationstherapien, insbesondere durch hochdosiertes Levofloxacin, zurückzuführen waren. Eine relevante Zunahme der Hepatotoxizität wurden icht beobachtet.
Da die vorliegenden Daten keine Rückschlüsse auf die Wirksamkeit der Dosissteigerung erlauben, sollte dieser Off-Label-Ansatz nur bei fehlenden Therapiealternativen unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung, informierter Einwilligung und intensivierter Überwachung der QTc-Zeit erwogen werden. Klinische Studien werden erforderlich sein, um dieSicherheit und Effizienz dieses Vorgehens zu bestätigen.
Für XDR-TB-Fälle empfehlen die WHO und die deutsche Leitlinie ein individualisiertes Vorgehen orientiert an den Ergebnissen Resistenztestung. Aufgrund fehlender Daten und der geringen Anzahl der Fälle, wird die individuelle Ausgestaltung der Therapie in die Hände von Experten und Therapie zentrengelegt. Das DZK nimmt am Projekt BETTER teil, das im Jahr 2025 einen Praxisleitfaden für XDR-TB entwickelte. Basierend auf Literaturrecherchen und Expertenmeinungen werden hier Informationen über die Dosiserhöhung von Zweitlinienmedikamentenf ür Fälle mit begrenzten therapeutischen Optionen zusammengestellt (1).
Detaillierte Informationen zur Bedaquilin-Hochdosis-Fallserie finden Sie in der Publikation im European Respiratory Journal (ERJ) und können bei den Autorinnen und Autoren angefragt werden.
1. Nkomo T, Udwadia Z, Vambe D, et al.Clinical best practices for caring for people with expanded resistance to newerTB drugs. Int J Tuberc Lung Dis Open 2025; 2: 315–323.
Diese Studie wurde freundlicherweise von der Stiftung Oskar-Helene-Heim und der Günther Labes Stiftung finanziell unterstützt.

